Malta

Malta war bislang der einzige EU-Staat, in dem Ehescheidung gesetzlich verboten war. Regierung und Kirche reagierten enttäuscht auf die Entscheidung des Volkes. Zumal das Ja zur Scheidung sehr viel deutlicher ausfiel als gedacht.
Zwar haben Volksabstimmungen in Malta keinen bindenden Charakter, doch Ministerpräsident Lawrence Gonzi erklärte unmittelbar, nachdem das Ergebnis feststand, er werde das Wählervotum respektieren – auch gegen seine persönliche Auffassung.
In Malta, das als streng katholisch gilt, dürfte bislang nur nochmal heiraten, wer sich zuvor entweder im EU-Ausland scheiden ließ oder ein kirchenrechtliches Ehe-Annullierungsverfahren absolvierte.
Organisiert wurde das Referendum ausgerechnet von einem Abgeordneten der christlich-demokratischen Nationalpartei, die das Land regiert. Vorbild für das neue Scheidungsrecht soll Irland sein. Das heißt, Eheleute müssen zunächst vier Jahre lang getrennt leben und dann prüfen, ob eine Versöhnung noch möglich ist. Der Ton im Wahlkampf war sehr rau gewesen.

Quelle: BizTravel (ein fvw Magazin)

Stephanie Graef

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