In den kommenden Wochen und Monaten möchte ich einmal einen weit unterschätzten Kontinent in den Fokus meiner Leser bringen: Südamerika.
Ich habe die unterschiedlichsten Länder Südamerikas schon bereist, und ich könnte noch mindestens 100 Jahre dorthin reisen. Mindestens.
Und da erhalte ich von ganz unerwarteter Seite Schützenhilfe:
Die New York Times hat ihr Ranking der “41 Places to go in 2011″ herausgebracht. Und welcher “Place” ist auf Platz 1?
Santiago de Chile
Das freut mich besonders! Eine tolle Stadt! Irgendwie nicht so typisch südamerikanisch. Mit Buenos Aires oder Rio de Janeiro finden sich so leicht keine Gemeinsamkeiten.
Vertraut europäisch ist die Szenerie: spanisch inspirierte Arkaden hier, auf der anderen Straßenseite ein herausgeputztes Palais, an der Ecke ein moderner Spiegelglasturm neben der neoklassizistischen Kathedrale.
In sieben Tagen erschuf Gott die Welt, geht die Legende in Chile. Am achten Tag warf er alles, was an Material übrig war, über die Anden: Vulkane, Salzseen, Wüsten, Gletscher. So entstand auf einer Länge von 4300 Kilometern eins der abwechslungsreichsten Länder der Erde.
Chile selbst sieht ja wie ein Spaghetti aus, so, wie es sich da links an den Kontinent schmiegt. Von Norden bis Süden zählt es 4.375 Kilometer (zählt man den antarktischen Teil dazu, sind es sogar 8.000 Kilometer), ist aber nur durchschnittlich 180 Kilometer breit.
Trotzdem: in der Hauptstadt Santiago de Chile leben 40 % der Bevölkerung Chiles, das sind ungefähr 6 Millionen Menschen.
Die Einwohner Santiago de Chiles sind unaufdringlich, elegant, freundlich. Sogar teilweise der deutschen Sprache mächtig. Und das ist gut so. Wenn Du nämlich denkst, Du kannst Spanisch, wirst Du hier schnell eines besseren belehrt. Die Einwohner Santiagos sind Meister im Schnellsprechen und im Verschlucken von Silben. Aber Du kommst schnell ins Gespräch, die Menschen sind interessiert an den Besuchern aus Europa und freuen sich, wenn Du ihnen erzählst, wie gut Dir Chile gefällt.
Einen Rundgang beginnst Du am besten auf der Plaza de Armas. Hier befinden sich einige der wichtigsten Gebäude der Stadt: die Kathedrale Intendencia, die Stadtverwaltung, die Hauptpost und einige Häuser der wichtigsten Familien.
Vom Hausberg Cerro de San Cristobal kann man an klaren Tagen bis zu den Anden schauen. Erst mit der Standseilbahn und anschließend mit der 1.200 Meter langen Seilbahn Teleferico nach oben. Belohnt wird der Aufstieg am Abend mit einem traumhaften Sonnenuntergang.
Santiago ist ein Shoppingparadies! Einkaufsmalls mit outlet stores und Markenlabels gibt es viele, besonders in den Stadtteilen Las Condes und Providencia. Als typische Souvenirs bieten sich Produkte des chilenischen Kunsthandwerks an, z.B. Schmuck aus Silber und Lapislazuli, Holzgegenstände, gewebte Decken, Schals und Keramik. Diese findest Du in den Läden der “Fundación Artesana de Chile”, einer gemeinnützigen Stiftung, die das traditionelle Kunsthandwerk fördert und Kleinbetrieben unterstützt.
Zur perfekten Zeit reist Du, wenn das Wetter bei uns unwirtlich wird. Hochsommer ist dort, wenn hier Winter ist und obwohl die Sonne am Mittag im Norden steht, wärmt sie zuverlässig. Die TAM und die Swiss fliegen im Code Share mit Lufthansa in ca. 18 Stunden mit einer kurzen Zwischenlandung in Sao Paolo. Oder Iberia und LAN mit Zwischenlandung in Madrid.
Der internationale Flughafen Comodoro Arturo Merino Benitez liegt nur 25 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Für die Einreise genügt ein Reisepass, der noch 6 Monate Gültigkeit hat. Eine Touristenkarte wird kostenlos bei der Einreise ausgestellt. Einfacher geht es doch nicht.
Es wäre jedoch Verschwendung, wenn man nach Chile reist und nur die Hauptstadt besucht. Sie kann aber gut als Ausgangspunkt für eine hochinteressante und eindrucksstarke Rundreise durch das Land dienen.
Aber dazu später mehr….
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Buon viaje! Gute Reise!